Kongresse und Veranstaltungen

Fortbildungsveranstaltung: Diagnostik und Therapie in der Kardiologie am 05.09.2012



Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

seit fast genau einem Jahr sind die neuen oralen Gerinnungshemmer insbesondere bei Vorhofflimmern im praktischen Einsatz. Und es ist wie in letzter Zeit immer. Der anfänglichen Euphorie bei neuen Therapieoptionen ist eine relativierende Ernüchterung gefolgt.

Aktuell wird passend dazu die Frage aller Fragen aufgewärmt:“Frequenzkontrolle oder Rhythmisierung beim Vorhofflimmern?“ - und die Waage scheint sich nun doch zur Rhythmuskontrolle zu neigen.
Erinnern wir uns. Zur Enttäuschung vieler war in großen Vergleichsstudien (AFFIRM, RACE) die erahnte Überlegenheit der favorisierten Rhythmuskontrolle in ihrer Wirkung auf die Mortalität nicht bestätigt worden. Als Konsequenz erfuhr die in der Praxis einfacher umsetzbare Strategie der Frequenzkontrolle eine Aufwertung zur gleichwertigen Alternative.

Studienergebnisse einer Arbeitsgruppe aus Montreal wollen uns jetzt doch glauben machen, dass die Rhythmuskontrolle auf längere Sicht die prognostisch vorteilhaftere Strategie sein könnte (doi:10.1001/ archinternmed.2012.2266).

Die Ergebnisse resultieren allerdings nicht aus einer randomisierten prospektiven Studie, sondern aus einer retrospektiven Analyse von Bevölkerungsdaten aus einer Verwaltungsdatenbank in der kanadischen Provinz Quebec.

Bevor die Rhythmuskontrolle schon jetzt zur besten Lösung für alle Patienten mit Vorhof- flimmern hochgejubelt wird, sollten besser die Ergebnisse laufender kontrollierter Studien abgewartet werden. Dazu zählt auch die große europäische EAST-Studie, die vom Kompetenznetz Vorhofflimmern gemeinsam mit der European Heart Rhythm Association (EHRA) durchgeführt wird. Mehr als 3000 Patienten sollen daran teilnehmen. Und wenn Rhythmusstabilisierung – wie? Die Flec-SL-Studie, am 18.Juni im Lancet publiziert, vermittelt eine weitere Therapie- variante. Denn nach erfolgreicher Kardio- version verhinderte eine antiarrhythmische Kurzzeittherapie das Wiederauftreten von Vorhofflimmern. Allerdings nicht ganz so gut wie eine Langzeitbehandlung. Als Option kommt sie nach Ansicht der deutschen Studienautoren dennoch in Betracht.

Es besteht also weiterhin erheblicher Diskussionsbedarf.

Unser (einziger) Dauergast Prof. Hoffmeister aus Solingen hat frische Informationen vom European Society of Cardiology (ESC) - Congress 2012 vom 25. August – 29. August in München im Gepäck und berichtet uns wieder exklusiv.

Des Weiteren widmen wir uns dann der Frage, ob es mittlerweile Fortschritte in der Diagnostik kardiologischer Erkrankungen zu verzeichnen gibt. Ob es diese gibt, und ob wir sie auch in der Praxis anwenden dürfen, weiß kaum jemand besser als Dr. Spies aus Frankfurt/M.

Ich lade Sie wieder recht herzlich nach Crivitz ein und freue mich jetzt schon auf die anregende Diskussion im Anschluss an die Vorträge.


Ihr
Bernd Helmecke


Programm

18:00 Uhr Begrüßung / Einführung
Dipl.-Med. Bernd Helmecke

18:15 Uhr Herausforderung Vorhofflimmern und Gerinnungsmanagement: Welche Therapie für welchen Patienten?
Prof. Dr. Hans Martin Hoffmeister, Solingen

19:15 Uhr Moderne bildgebende Verfahren in der Kardiologie – was tut sich zwischen EKG und Koronarographie?
Dr. Hans-Friedrich Spies, Frankfurt/Main

Die Veranstaltung wurde mit 5 Fortbildungspunkten zertifiziert.



Referenten

Prof. Dr. med. Hans Martin Hoffmeister
Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Allgemeine Innere Medizin Städtisches Klinikum Solingen

Dr. med. Hans-Friedrich Spies
Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, CCB - Cardioangiologisches Centrum Bethanien im Bethanien-Krankenhaus, Medizinisches Versorgungszentrum Frankfurt am Main



Anmeldung und Anfahrt

Anmeldung (wenn möglich bis zum 03.09.2012)
MEDICLIN Krankenhaus am Crivitzer See
Sekretariat Klinik für Innere Medizin
Frau Ellen Koller
Amtsstraße 1
19087 Crivitz

Tel.: 03863 - 520 131
Fax: 03863 - 520 439
E-Mail: Ellen.Koller@mediclin.de



Veranstaltungsort

Hotel und Restaurant Waldschlößchen
Schweriner Chaussee 08
19089 Crivitz

Tel.: 03863 5430-0
Fax: 03863 5430-99
E-Mail: waldschloesschen@m-vp.de

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