Bericht

Die diesjährige 50. Jahrestagung unserer Fachgesellschaft fand vom 08. bis 09. Mai mit ca. 100 Teilnehmern in der Landeshauptstadt Schwerin gegenüber dem Schweriner Schloss am Burgsee statt. In der modernen und architektonisch herausragenden Atmosphäre des Tagungsortes in der Industrie- und Handelskammer Schwerin (IHK) konnte nicht nur optisch beim schönen Blick aus dem Konferenzraum auf das Schloss und den angrenzenden Schlossgarten, sondern auch bei den Vorträgen zu den unterschiedlichsten Themenkomplexen der Inneren Medizin der Horizont erweitert werden.

Die Eröffnung der 50. Jahrestagung am Freitag, dem 08.05.2015 erfolgte durch den Tagungspräsidenten Professor Dr. Werner. Zudem referierte Professor Dr. Schober als Vorsitzender der Gesellschaft der Internisten Mecklenburg-Vorpommerns über die Historie der seit einem halben Jahrhundert bestehenden Gesellschaft. Insbesondere wurde von Professor Schober die in der Gesellschaft verankerte wissenschaftliche Weiterbildung für junge und fortgeschrittene Ärzte betont. Ein besonderes Anliegen von Professor Schober war die Erwähnung des jährlichen, durch die Gesellschaft organisierten Intensivseminars „Innere Medizin“.

Nach der Eröffnung startete die Tagung mit dem Hauptthema Nephrologie. In dem Festvortrag von Professor Vienken aus Homburg wurden die Anfänge der Dialyse in herausragender multimedialer Weise dargestellt. Hervorzuheben waren die Originaldokumente und filmisch festgehaltenen Interviews der Erfinder und Pioniere der Dialyse. Dargestellt wurde insbesondere die erste Dialysebehandlung bei Menschen durch den Gießener Arzt Georg Haas 1924. Zudem erwähnte Professor Vienken die Dialyseverfahren des Niederlàˆnders Willem Kolff im Herbst 1945 in Kampen. In dem folgenden Vortrag von Professor Mitzner aus der Universitätsklinik Rostock erfolgte detailliert die pathogenetische Darstellung der Formen des hepatorenalen Syndroms. Insbesondere ging Professor Mitzner auf die schwere Verlaufsform des hepatorenalen Syndroms Typ I ein. Es folgten die therapeutischen Konzepte mit der Betonung des Einsatzes der Vasopressinanaloga, der TIPSS-Implantation sowie der Lebertransplantation. Im Anschluss referierte Professor Nürnberger aus den HELIOS-Kliniken Schwerin über die Bestimmung der Gefäßsteifigkeit und den Einsatz der Messung der Pulswellengeschwindigkeit in den therapeutischen Diffenrenzialtherapien der arteriellen Hypertonie. Frau Professor Stracke aus der Universität Greifswald berichtete über die Zusammenhänge der Nierenfunktion und Schwangerschaft. Ein besonderes Anliegen von Frau Professor Stracke war die rechtzeitige Erkennung von Nierenfunktionsstörungen in der Schwangerschaft und dieTherapie der arteriellen Hypertonie in der Schwangerschaft.

Der erste Konferenztag fand sein Ende in der Mitgliederversammlung des Berufsverbandes Deutscher Internisten e.V.

Der Gesellschaftsabend fand in dem Goldenen Saal des Neustädtischen Palais des Justizministeriums des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit Unterstützung des Berufsverbandes Deutscher Internisten e.V. statt. Herr Dr. Wesiack als Präsident des BDI hielt ein Grußwort mit Betonung der Bedeutung und Historie des Vereins der Gesellschaft der Internisten Mecklenburg- Vorpommerns. Der Spannungsbogen wurde durch den Festvortrag von Professor Friedrich aus der Universität Marburg durch das Thema „Klinische Arzneimittelforschung in der DDR“ aufrechterhalten. Der Sprung von der Historie in die Moderne gelang mit der Übergabe der von der GDI ausgelobten Promotionspreise sowie des Forschungspreises durch den 1. Vorsitzenden der Gesellschaft Professor Dr. Schober. Die Promotionspreise, jeweils ausgelobt mit 1000 € gingen an Frau Dr. Nadine Nowack aus der Universität Rostock mit dem Thema: Der Einfluss des Torfbreibades auf die Herzrate, die Herzfrequenzvariabilität, die Befindlichkeit und die Stimmung junger gesunder Frauen und an Frau Dr. Beate Henkel aus der Universität Greifswald mit dem Thema: Nicht-invasive Prädikatoren einer pulmonalen Hypertonie und Prognosefaktoren bei Patienten mit idiopathischer pulmonaler Fibrose. Den Forschungsförderungspreis in der Höhe von 5000 € erhielt Frau Dr. rer. nat. Peggy Bodammer aus der Universität Rostock für das Projekt: Bedeutung von NOD2 als genetischer Risikofaktor beim Kurzdarmsyndrom.

Der Samstag startete mit dem nunmehr schon traditionellen „Chefärztefrühstück“, einer Diskussionsrunde zu den aktuellen Entwicklungen der Stellensituation und Weiterbildungsinhalte der Inneren Medizin in Mecklenburg-Vorpommern.
In dem Hauptthema des zweiten Tages am Vormittag „Faszinosum Innere Medizin“ stellte Professor Dr. Schmitz aus Rostock die Stententwicklung zur Versorgung von Gefäßstenosen dar. Insbesondere wurde die Forschung zu bioresobierbaren Stents diskutiert. Von Bedeutung waren hier die Entwicklung von Magnesiumstents sowie die Polymerstents.
Professor Dr. von Woedtke aus Greifswald berichtete sehr eindrücklich über die Grundlagen der Plasmamedizin (Plasma = ionisiertes Gas) und deren Effekte im zellulären als subzellulären Systemen. Ein weiterer Schwerpunkt war die praktische Anwendung des Plasmas, vor allem in der Wundheilung.
Von Professor Dr. Dschietzig aus der CharitĂ© Berlin wurde die Studienlage zu dem Schwangerschaftshormon Relaxin mit dem Ziel des Einsatzes in der Therapie der Herzinsuffizienz dargestellt. Hervorgehoben wurden unter anderen die Stickstoffmonoxid vermittelte Wirkung mit folgenden bedeutsamen vaskulären Effekten durch das Relaxin.
In der Lipidtherapie in Wandel der Zeiten wurden von Professor Dr. Thiery aus Leipzig die modernen Lipidtherapeutika, vor allem die CETPs sowie die PCS-K9-Inhibitoren ausführlich dargestellt und diskutiert. Nach der Mittagspause erfolgte von Priv.-Doz. Dr. Löbermann die aktuellen Kombinationstherapien der Hepatitis C. In diesen Rahmen wurden die verschiedenen Hepatis C-Genotypen erwähnt und den therapeutischen Prinzipien zugeordnet.
In dem Themenkomplex „Update Innere Medizin“ am frühen Nachmittag gaben sehr konzentriert und informativ Professor Kneitz aus dem Südstadtklinikum Rostock, Dr. Grüning aus den HELIOS- Kliniken Schwerin und Professor Lamprecht aus der Universität Rostock Informationen über Neuerungen der Diagnostik und Therapie in ihren internistischen Fachdisziplinen.

Das Programm wurde durch die Posterausstellung ergänzt. Junge Kolleginnen und Kollegen ergriffen die Möglichkeit und stellten neue Konzepte und interessante Kasuistiken vor. Die Posterkommission, bestehend aus Frau Dr. Ilona Schulzki aus den HELIOS-Kliniken Schwerin und Frau Dr. med. Rotraud Geldschläger-Canda aus Ueckermünde prämierten jeweils mit 300 € die Arbeiten aus der Universitätsklinik Rostock von Frau Nicole Kozlowski und Frau Dr. Beate Henkel. Ebenfalls fand im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung die GDI-Mitgliederversammlung statt. Hier wurden Professor Dr. Werner aus Parchim zum Vorsitzenden und Priv.-Doz. Dr. Zimny aus Schwerin wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden der Gesellschaft der Internisten Mecklenburg- Vorpommerns gewählt. Ebenso wurden Professor Dr. Mitzner aus der Universität Rostock und Frau Professor Dr. Mayerle aus der Universität Greifswald in den Vorstand gewählt. Frau Dr. Schulzki wurde als Schatzmeisterin des Vereins bestätigt und wird weiterhin, wie schon in den Jahren zuvor, gewissenhaft diese verantwortungsvolle Position ausfüllen.

In den von Prof. Dr. Werner formulierten Abschlussworten ging ein besonderer Dank an Professor Dr. Schober, der an diesem Tag seinen erfolgreichen sechsjährigen Vorsitz der Gesellschaft an Professor Dr. Werner übergab.

Die sehr interessante Jahrestagung beendete Prof. Dr. Dierk Werner mit der Einladung zur 51. Jahrestagung, die vom 29. bis 30. April 2016 in der Hansestadt Stralsund stattfinden wird.

Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Zimny, Schwerin