Geschichte der Gesellschaft

Die heutige Gesellschaft der Internisten Mecklenburg-Vorpommerns entstand aus dem legitimen Bedürfnis zur Weiterführung historisch gewachsener wissenschaftlicher, berufsständischer und bildungspolitischer Interessen mit dem Anliegen, das 1961 durch den Mauerbau abrupt entstandene Vakuum zu überwinden. Bisherige Mitgliedschaften in früheren gesamtdeutschen Gesellschaften, sie bestanden in erster Linie zur Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin und zur Nordwestdeutschen Gesellschaft für Innere Medizin, sollten aus politischer Sicht nach Möglichkeit beendet werden. Für gestellte Anträge zum Besuch von Kongressen und Tagungen in Westdeutschland gab es im Regelfall keine Genehmigungen mehr. Der Devisenmangel machte auch bald den Bezug wissenschaftlicher Zeitschriften nicht mehr möglich.

Die Wissenschaftspolitik der DDR zielte auf eine schnelle Abnabelung von traditionellen Bindungen im gesamtdeutschen Rahmen und die Schaffung eigenständiger medizinisch-wissenschaftlicher Gesellschaften.

Nachdem sich in diesem Kontext 1962 die Sektion Innere Medizin innerhalb der "Deutschen Gesellschaft für Klinische Medizin" gebildet hatte, ergriffen die Ordinarien für Innere Medizin an den Universitäten Rostock und Greifswald, Martin Gülzow und Friedrich Müller, für die nördlichen Bezirke die Initiative und gründeten am 24. 05. 1963 die "Medizinisch-wissenschaftliche Gesellschaft der Internisten Mecklenburgs".


Martin Gülzow und Friedrich Müller gründen am 24. 05. 1963 die "Medizinisch-wissenschaftliche Gesellschaft der Internisten Mecklenburgs".
(Quelle: Bildsammlung Günter Ewert)

Nach Gründung der "Gesellschaft für Innere Medizin der DDR" 1967 wurden die Mecklenburger Internisten, wie auch andere vergleichbare Gesellschaften in den mittleren und südlichen Bezirken der DDR, als Regionalgesellschaft Teil dieser Gesellschaft.

Nach der Wiedervereinigung erklärten die Internisten im Norden ihren Austritt aus dieser Gesellschaft, verzichteten auf eine geschlossene Integration in die Nordwestdeutsche Gesellschaft und gründeten die "Gesellschaft der Internisten Mecklenburgs und Vorpommerns" neu.

Die Statuten wurden seitdem zeitgemäß angepasst. Traditionelle Ziele, wie die Durchführung von Zusammenkünften zur Förderung des wissenschaftlichen Erfahrungsaustausches und der Vermittlung von Fachwissen im Rahmen der Weiter- und Fortbildung, wurden um die Mitwirkung bei der Weiterbildung von Angehörigen der medizinischen Fachberufe, die enge Zusammenarbeit mit den Institutionen der Ärzteschaft, wie der Ärztekammer, die Förderung der Forschung und wissenschaftlichen Arbeit sowie die Mitwirkung bei der Ausgestaltung der medizinischen Betreuung als Teil der praktischen Gesundheitspolitik ausgebaut. Die jährlichen Tagungen mit den Mitgliederversammlungen stellen den Höhepunkt der Vereinsarbeit dar.

Günter Ewert, Greifswald